Zum 25. Mal rufen die Vereinten Nationen in diesem Jahr zum Weltwassertag auf. Diesmal steht der Tag unter dem Motto „Naturbasierte Lösungen für Wasser“. Es ist ein Appell, Wassermangel, Wasserverschmutzung und Überschwemmungen mit natürlichen Lösungen zu begegnen.

Der Aktionstag am 22. März soll daran erinnern, welch lebenswichtiges und gefährdetes Gut Wasser ist. „2,1 Milliarden Menschen haben heute keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Angesichts des rasanten Bevölkerungswachstums könnte sich die Situation bis zum Jahr 2050 laut UN-Prognosen dramatisch verschlimmern“, sagt die Bundeszentrale für politische Bildung. Die UN-Kampagne zum Weltwassertag wolle Verantwortliche in Politik und Öffentlichkeit auch dazu ermahnen, Missstände zu beseitigen.

Der Aufruf der Vereinten Nationen, naturbasierte Lösungen gegen Wasserverunreinigung zu finden, gilt auch für Deutschland. Das Grundwasser ist hier seit Jahren an vielen Orten mit einem hohen Anteil an Nitrat belastet – laut Bundesumweltministerium eine Folge von industrieller Landwirtschaft, Überdüngung und intensiver Nutzung von Pflanzenschutzmitteln. Nitrat wird vor allem durch Regen ins Grundwasser gespült. Seit über zehn Jahren sind die Grenzwerte für Nitrat, das in hoher Konzentration gesundheitsschädlich sein kann, an mehr als einem Fünftel der Messstellen in Deutschland zu hoch. Der zulässige Grenzwert liegt nach europäischer Grundwasserrichtlinie bei 50 Milligramm pro Liter. Landwirtschaftliche Nutzflächen sind besonders stark betroffen, Nitrat gefährdet nicht nur die Ökosysteme von Seen und Flüssen, sondern auch die Qualität des Trinkwassers, das zu rund drei Vierteln aus Grundwasser gewonnen wird. Die Aufbereitungsanlagen schaffen es bisher nicht, das Nitrat komplett aus dem Trinkwasser zu entfernen, die nötigen Prozesse sind aufwändig und teuer.

Gewässerschutz bei den Kreiswerken Grevenbroich

Da die Kreiswerke unser Trinkwasser ausschließlich aus Grundwasser beziehen, gilt es, das Lebensmittel Nummer 1 frei von belastenden Stoffen zu halten. Zwar liegen die Wassergewinnungsstellen nicht in einer von der Düngung besonders belasteten Region, aber dies ist auch ein Erfolg der seit 1993 bestehenden Kooperation der Kreiswerke Grevenbroich mit den Landwirtschafts- und Gartenbaubetrieben, die im Wassergewinnungsgebiet ansässig sind. Diese Zusammenarbeit geschieht in enger Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer NRW. Inzwischen gibt es in allen Einzugsgebieten der drei Wasserwerke landwirtschaftliche Kooperationen. Die Landwirte und Gärtner werden von zwei Wasserschutzberatern betreut, die bei der Geschäftsstelle der Landwirtschaftskammer NRW tätig sind. Sie beraten die Betriebe in den Schutzzonen, geben Tipps zum gezielten Einsatz von Pfanzenschutzmitteln und sorgen so für die gute Qualität des Grundwassers. Die Landwirte und Gärtner selbst dürfen sich auch über einen Zuschuss freuen, wenn sie Flächen möglichst lange mit Zwischenfrüchten begrünt lassen.

Zu den Inhalten der Kooperationen gehören unter anderem Feldbegehungen mit Beratung für Düngungs- und Pflanzenschutzmitteln, N-min Untersuchungen der Bodenproben im Frühjahr und Herbst, Zwischenfruchtanbau zur Nitratbindung. Es werden in den verschiedenen Kooperationen regelmäßig Mitgliederversammlungen mit aktuellen und fachlichen Vorträgen veranstaltet. Außerdem erfolgen in den einzelnen Kooperationen regelmäßig Sprecherratssitzungen sowie Einzelberatungen der Wasserschutzberater bei den Mitgliedern. Mit den vier Kooperationen sind die Einzugsgebiete der Wasserwerke der Kreiswerke Grevenbroich GmbH vollständig abgedeckt.

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