Die Trinkwassergewinnung und die Landwirtschaft unterliegen einem Nutzungskonflikt, da beide Nutzer unterschiedliche Ansprüche an den gleichen Raum stellen. Für die Wasserwerke ist es wichtig, eine ausreichende Grundwasserneubildung in hoher Qualität sicherzustellen, während die Landwirtschaft und der Gartenbau hingegen auf eine hohe Produktivität ihrer Anbauflächen angewiesen sind. In den Wassergewinnungsgebieten ist es daher besonders wichtig und zielführend, wenn beide Nutzer partnerschaftlich und kooperativ zusammen arbeiten. Ertragseinbußen von Landwirten für eine gewässerschonende Bewirtschaftung gleichen die Versorgungsunternehmen durch finanzielle Förderungen aus. Dabei arbeiten die Kreiswerke Grevenbroich GmbH und die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen eng zusammen.

Historie des Gewässerschutzes im Rhein-Kreis Neuss

Die Kreiswerke Grevenbroich GmbH hat gemeinsam mit der Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH im Jahre 1993 eine Kooperation mit der Landwirtschaft im Bereich ihrer angrenzenden und miteinander verzahnten Wasserschutzgebieten für die Wasserwerke Büttgen-Driesch (KW) und Broichhof (SWN) gegründet. In dieser Kooperation sind bis heute 131 Mitglieder vertreten, darunter 39 Betriebe mit gartenbaulichen Kulturen. Um die grundwasserschonende Flächenbewirtschaftung auch für weitere Wassereinzugsgebiete zu nutzen, haben die Kreiswerke Grevenbroich GmbH und die Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH im Jahre 1997 eine weitere gemeinsame Kooperation im Bereich der Wassergewinnungen Allerheiligen, Rosellen, Mühlenbusch (Kreiswerke Grevenbroich GmbH) und des Wasserwerkes ´Im Rheinbogen' (Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH) gegründet. In dieser Kooperation sind 57 Mitglieder vertreten darunter 11 Betriebe mit gartenbaulichen Kulturen.

Im Bereich des Einzugsgebietes des Wasserwerks Wickrath wurde im Jahr 1999 ebenfalls eine Kooperation mit der Landwirtschaft vereinbart. Der Kooperation gehören 36 Landwirte an. Schließlich wurde für die Einzugsgebiete der Wasserwerke Hackenbroich, Tannenbusch und Butzheim zwischen der evd dormagen GmbH, der Currenta GmbH & Co. OHG, Dormagen und der Kreiswerke Grevenbroich GmbH im Jahre 2001 eine weitere Kooperation gegründet. Dieser Kooperation gehören 42 Betriebe an davon 11 mit gartenbaulichen Kulturen. Damit sind nunmehr alle Wassergewinnungen der Kreiswerke Grevenbroich in Kooperationen mit der Landwirtschaft vertreten. Wer sich zu weiteren Details des kooperativen Gewässerschutzes informieren möchte, findet diese auf der Internet-Seite der Landwirschaftskammer NRW (www.wasserschutz-nrw.de).

Maßnahme für den Gewässerschutz

Die Kooperationen unternehmen unter anderem Feldberatungen, die während der Vegetation regelmäßig stattfinden. Vor Ort werden aktuelle Informationen zur Düngungs- und Pflanzenschutzmittelanwendung gegeben sowie über anstehende Kulturmaßnahmen diskutiert.

Jeweils im Frühjahr und im Herbst werden auf einer Vielzahl der Kooperationsflächen Bodenproben gezogen. Diese werden auf ihre die Konzentration an mineralisierten Stickstoff (Nmin) untersucht. Die Ergebnisse dienen der Düngeoptimierung und sind Beratungsgrundlage. Um diese Nmin-Werte nach der Vegetationsperiode im Herbst so gering wie möglich zu halten, wird insbesondere auf den Anbau von Zwischenfrüchten gesetzt. Die Zwischenfrüchte werden nach der Ernte der Hauptfrucht ausgebracht (vorausgesetzt die Witterung lässt dies zu). Zwischenfrüchte wie z. B. Phacelia (blaublütig), Senf (gelbblütig), Ölrettich oder Sonnenblumen binden den Stickstoff aus dem Boden, so dass eine Ausschwemmung ins Grundwasser deutlich verringert wird. Dieses ist für den landwirtschaftlichen Betrieb bzw. für den Gartenbaubetrieb ein Mehraufwand und mit entsprechender Arbeit verbunden. Dafür erhalten die Mitgliedsbetriebe einen Zuschuss, der von den Wasserwerksbetreibern zur Verfügung gestellt wird. Umweltschutz ist nur möglich, wenn die Maßnahmen für alle Kooperationspartner verträglich sind. Würden diese Ackerflächen nach der Hauptfrucht nicht mit den Zwischenfrüchten bestellt werden, würden sie bis zur kommenden Saison, je nach Fruchtfolge (Wintergetreide etc.), brach liegen bleiben und das Nitrat würde in das Grundwasser eingetragen werden.

In den vergangenen Jahren gab es auch immer wieder Einsammel-Aktionen von Pflanzenschutzmittel-Restbeständen, die aus Gartenbaubetrieben und aus landwirtschaftlichen Betrieben stammten. Diese wurden in Zusammenarbeit mit dem Rhein-Kreis Neuss fachgerecht entsorgt. Weiterhin wurden in den verschiedenen Kooperationen Mitgliederversammlungen mit aktuellen und fachlichen Vorträgen veranstaltet, die bei den Mitgliedern auf reges Interesse stießen.

Information für Privathaushalte

Wenn auch Sie in Ihrem Haus- oder Gartenbereich Dünge- und Pflanzenschutzmittel einsetzen, ist besonders auf den sachgerechten Einsatz hiervon hinzuweisen (Packungsbeilage unbedingt beachten).

Der nicht sachgerechte Einsatz stellt ein großes Problem für den Gewässerschutz dar. In vielen Privathaushalten ist unbekannt, dass es verboten ist, befestigte Flächen, wie z. B. Garagenauffahrten, Terrassen etc., mit Pflanzenschutzmittel (Unkrautvernichtungsmitteln) zu behandeln. Potentielle Risiken liegen auch bei der Befüllung und Säuberung der Rückenspritzen, der ordnungsgemäßen Dosierung sowie im Umgang mit Restmengen.

Restmengen dürfen niemals direkt in die Kanalisation eingebracht oder in der Toilette etc. entsorgt werden.

Bei solchen Ordnungswidrigkeiten können Geldbußen verhängt werden.

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