Vor der Sitzung des Hauptausschusses am 8. Juni 2010 stellte die NGZ die Frage nach dem Preis des Grundwassers:

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Korschenbroich. In einem gemeinsamen Initiativ-Antrag für die heutige Sitzung des Hauptausschusses fordern CDU und SPD die Verwaltung auf, Landrat Hans-Jürgen Petrauschke oder einen Vertreter zur Ratssitzung am 1. Juli einzuladen. Als Grund gaben die Parteien an, dass es an konkreten Angeboten fehle, die die Gesamtkosten zur Umsetzung des Grundwassermodells beziffern. Der Kreis solle über den aktuellen Stand informieren. „So lange die Infos nicht vorliegen, können wir nicht mit der Bürgerbefragung zur Kostenübernahme beginnen", erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzendeder SPD im Stadtrat, Albert Richter. Kreisumweltdezernent Karsten Mankowsky teilte gestern auf NGZ-Anfrage mit, dass die „Kreiswerke Grevenbroich bereits eine Einschätzung abgegeben haben. Aus meiner Sicht kann mit der Umsetzung ab sofort losgelegt werden."

Eine genaue Kalkulation der Gesamtkosten sei ohne erhebliche Zusatzkosten jedoch nicht möglich. „Wir haben verschiedene Verbände angefragt, doch lediglich von den Kreiswerken eine handfeste Grundeinschätzung erhalten",erläutert Mankowsky. Danach stehe die Größenordnung der Kosten bereits fest. Sie belaufen sich auf die zuvor von Geotechniker Professor Horst Düllmann veranschlagten 1,84 Millionen Euro an Investitionskosten. Hinzu kämen laut Mankowsky jährliche Betriebskosten in Höhe von 159.000 Euro sowie zehn Euro, die auf jeden Hausanschluss zukommen würden, und etwa 30.000 bis 40.000 Euro für eine halbe Ingenieursstelle. Dieser solle das Verfahren im Auge behalten.

Warum die genauen Kosten nicht ermittelt werden können, erklärt Stefan Stelten, Geschäftsführer der Kreiswerke Grevenbroich: Demnach seien wichtige Fragen noch nicht geklärt. Wie viel Wasser muss abgepumpt werden? Und wohin eigentlich? „Dann ist noch überhaupt nicht klar, wer die Kosten für die weiteren Untersuchungen trägt", ergänzt Stelten. Wenn keine „Wirtschaftlichkeit gegeben ist, werden wir in dieser Sache nicht tätig", sagt er. Insgesamt seien die Kreiswerke jedoch in der Lage und dazu bereit, das Abpumpen der Grundwasserspitzen zu übernehmen.

Unterdessen warten die Kommunalpolitiker in Korschenbroich auf konkrete Zahlen. „Wir wollen gern kurzfristig mit der Bürgerbefragung beginnen",sagt der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Berger. „Einige der beteiligten Verbände haben jedoch mitgeteilt, dass sie gar nicht wissen, für welche konkrete Leistung sie ein Angebot erstellen sollten", so Richter. Er ergänzt, dass der Antrag nicht dafür gedacht sei, „ein Versäumnis festzustellen. Wir wollen darauf hinweisen, dass wohl noch kein Leistungsverzeichnis vorhanden ist und die Verbände weitere Infos benötigen." Man wolle Transparenz gegenüber den Bürgern schaffen.

 

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